Kalligraphie-DIY: Walnusstinte selber machen

Wer schon einmal bei einem unserer Kalligraphie-Kurse war, weiß: Walnusstinte darf bei uns einfach nicht fehlen. Seit über 10 Jahren hosten Natascha (aka Tintenfuchs Kalligraphie) und ich bereits Kalligraphie-Workshops in Wien und von Beginn an ist Walnusstinte unsere erste Wahl in Sachen Übungstinte. Sie bietet nämlich gleich mehrere Vorteile:

Walnusstinte greift, im Gegensatz zu anderen Tinten, wie beispielsweise Tusche, die Feder nicht an. Das heißt, man hat auch länger etwas von seiner Feder.

Walnusstinte kann mit jeder beliebigen Feder – und vor allem auch mit jeder beliebigen Spitzfeder – genutzt werden.

Walnusstinte hat eine wunderschöne braune Farbe und sieht einfach sehr hübsch aus.

Walnusstinte ist wirklich auf allen Ebenen Beginnerfreundlich, sie lässt sich nämlich auf glatten Oberflächen und auch aus Kleidung wieder super entfernen. Also kein Problem für alle, die hin und wieder ein bisschen patzen.

Grundsätzlich kann man Walnusstinte als Granulat kaufen, man kann die Tinte aber auch von Grund auf selbst herstellen. Natascha und ich haben das heuer mal wieder gemacht und zeigen euch, wie’s geht!

Walnusstinte DIY-Material | Ocker Studio
Walnusstinte selbermachen | Ocker Studio
Walnusstinte herstellen aus Walnussschalen | Ocker Studio

Walnusstinte Selber machen

Du brauchst:

  • Walnussschalen (also die getrocknete, braune, äußere Hülle der Walnuss)
  • Wasser
  • Topf
  • Löffel
  • Kaffeefilter, oder noch besser; Passiertuch
  • Ethalylalkohol aus der Apotheke (mindestens 60%)
  • Handschuhe
  • Tintendöschen
Walnusstinten DIY | Ocker Studio
Walnusstinten Rezept | Ocker Studio
Walnusstinte DIY-Anleitung | Ocker Studio
Walnusstinte natürlich herstellen | Ocker Studio
Tinten-DIY-Tutorial | Ocker Studio
Tinte haltbar machen | Ocker Studio

So geht’s:

In 6 Schritten zur Walnusstinte!

  1. Zunächst die Schale von den Nüssen lösen und in einen Topf geben. Ihr könnt hier jede beliebige Menge nutzen. Je mehr Schalen, desto mehr Tinte bekommt ihr später. Ganz wichtig: Die Schalen sollten nicht dreckig und auf gar keinen Fall modrig sein. Zerkleinert große Stücke am besten auch noch einmal mit den Händen.
  2. Anschließend kommt das Wasser hinzu, am besten so viel, dass alle Schalen gut bedeckt sind. Den Topf auf den Herd stellen, alles einmal aufkochen lassen und danach zurückdrehen und zugedeckt weiter köcheln lassen.
  3. Nun behandeln wir unseren Tintensud ein bisschen wie Risotto. Das heißt, immer wieder Wasser dazugeben, gut und regelmäßig umrühren und geduldig sein. Ganz wichtig: Zum Umrühren keinen Holzlöffel verwenden, dieser würde sich nämlich direkt verfärben.
  4. Nach 1-2 Stunden kann die Tinte schon getestet werden. Einfach mit der Feder eintauchen und ein paar Striche ziehen. Ist die Tinte noch sehr hell, sollte sie noch weiter kochen. Ziel ist es, ein schönes Dunkelbraun zu erhalten. Sobald ihr mit dem Farbton zufrieden seid, kann der Topf vom Herd genommen werden und kurz abkühlen.
  5. Danach müssen wir die Tinte noch abseihen. Wir haben dieses Mal Kaffeefilter verwendet, ein Passiertuch oder auch eine herkömmliche Feinstrumpfhose funktionieren aber unserer Erfahrung nach noch besser. Filtere die Tinte solange, bis wirklich keine Schalenreste mehr darin enthalten sind.
  6. Zum Schluss die fertige Tinte in ein Tintendöschen oder Glas umfüllen, beschriften und unbedingt noch etwas Ethylalkohol für die Haltbarkeit hinzufügen. Am besten 1/8 der abgefüllten Tintenmenge.
Schreiben mit Walnusstinte | Ocker Studio
Tinte für Spitzfeder-Kalligraphie | Ocker Studio
Walnusstinten Herstellung | Ocker Studio

Die Tinte kann dann direkt zum Schreiben genutzt werden. Sie eignet sich wirklich für jede Art von Feder und kommt hier bei Natascha direkt mit der Spitzfeder zum Einsatz. Viel Spaß beim Ausprobieren und Schreiben!

Umsetzung: Natascha (Tintenfuchs Kalligraphie) & Petra (Ocker Studio)
Kalligraphie: Natascha
Text & Fotos: Petra

DIY-Anleitung: Walnusstinte | Ocker Studio
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